Unter Hyperventilation verstehen wir ein oftmaliges schnelles, kurz aufeinander folgendes tiefes Ein- und Ausatmen. Das kann unbewusst geschehen, z.B. in Gefahrensituationen oder bei Menschen, die zu hektischen, nervösen Handlungen neigen.

Es kann auch ganz bewusst geschehen, wenn Taucher in Unkenntnis der damit verbundenen Gefahren hyperventilieren, um da mit das Luftanhaltevermögen zu steigern.
 

Hyperventilation beim Gerätetauchen

Auch Gerätetaucher können trotz Geräteatmung von Bewusstlosigkeit durch Hyperventilation bedroht sein. Die Ursachen liegen allerdings etwas anders als beim Freitauchen.

Der Gerätetaucher hyperventiliert meist nicht bewusst, sondern infolge von Aufregung, Gefahr oder körperlicher Anstrengungen. Durch die verstärkte Abatmung von Kohlendioxid kommt es auf Grund des verringerten Kohlendioxid-Spiegels im Blut zu einer reflektorischen Engerstellung der Blutgefäße im Gehirn. Das hat eine schlechtere Durchblutung und da mit geringere Sauerstoffversorgung des Gehirns zur Folge.

Dieser Effekt wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass bei Kohlendioxid-Mangel der Sauerstoff sehr stark ans Blut gebunden wird und dadurch noch schlechter an die Gehirnzellen gelangt.
Die Veränderung des Säurecharakters des Blutes bewirkt eine sehr enge Verbindung zwischen Sauerstoff und dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin).

Anzeichen für einen Sauerstoffmangel infolge Hyperventilation sind Kopf schmerzen, die sich steigern und zur Bewusstlosigkeit führen können.


Hyperventilation beim Schnorcheltaucher

Wohl jeder hat schon Schwimmer oder Schnorcheltaucher im Schwimmbad beobachtet, die durch Hyperventilieren ihre Tauchleistung steigern konnten.

Die da mit verbundenen Gefahren wollen wir uns verdeutlichen:
Das Atemzentrum reagiert auf die Kohlensäurespannung im Blut, also auf den Anteil des Abbauproduktes Kohlendioxid.

Durch Hyperventilieren kann der Kohlendioxid-Gehalt stark herab gesetzt werden, ohne dass dabei eine Steigerung der Sauerstoffaufnahme möglich ist. Der verminderte Kohlendioxydgehalt ermöglicht ein längeres Luftanhalten. Bis der für den Reiz des Atemzentrums erforderliche Kohlendioxyd-Spiegel wieder aufgebaut wird, kommt es aber zu einem akuten Sauerstoffmangel, ohne dass der Taucher das Gefühl der Luftnot empfindet.

Die Folge ist eine plötzliche, schlagartig eintretende Bewusstlosigkeit ohne vorhergehende Anzeichen (Schwimmbad-Blackout).